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Eintrag vom 17.09.26

Züri-Fäscht 2029: Ein Stadtfest mit offenem Ausgang für die Innenstadt

Das Züri-Fäscht kehrt 2029 zurück – allerdings nicht als klassische Feier rund um das Seebecken, sondern als dezentrales Fest entlang von Sihl und Limmat. Die City Vereinigung Zürich begrüsst, dass es wieder ein Stadtfest geben soll, erwartet bei der weiteren Planung aber besondere Aufmerksamkeit für die Innenstadt, ihre Erreichbarkeit und ihre Betriebe.

Züri-Fäscht 2029: Ein Stadtfest mit offenem Ausgang für die Innenstadt

Ein neues Konzept für ein vertrautes Stadtfest

Der Stadtrat hat sich für das Konzept «Der Fluss» der Agentur Aroma entschieden. Während drei Tagen soll sich das Festgelände über mehr als zehn Kilometer erstrecken – von Leimbach bis Höngg. Sieben Stadtkreise und fünfzehn Quartiere sollen miteinander verbunden werden. Vorgesehen sind tagsüber Ausflüge und Erlebnisse in der Natur, am Abend Kultur und Musik. Auch eine Chilbi soll Teil des neuen Formats sein.

Das Konzept unterscheidet sich deutlich vom bisherigen Züri-Fäscht. Ein zentrales Festzentrum am Seebecken ist nicht vorgesehen, ebenso wenig Feuerwerk und Flugshow. Stattdessen sollen Ufer, Plätze und Strassen von Quartieren, Institutionen, Kulturbetrieben und der Anwohnerschaft bespielt werden. Wie die einzelnen Feststationen konkret aussehen und wo sie eingerichtet werden, ist noch offen. Auch der Name des Anlasses steht noch nicht fest.

Die City Vereinigung Zürich war in den Mitwirkungsprozess der Stadt einbezogen. Sie hätte ein Konzept bevorzugt, das sich stärker an einem klassischen Volksfest orientiert. Gleichzeitig ist es aus Sicht der Innenstadt wichtig, den Entscheid des Stadtrats nicht nur an der Frage des ursprünglichen Festformats zu messen. Entscheidend wird sein, ob das neue Stadtfest Menschen tatsächlich in verschiedene Teile Zürichs bringt und dabei auch die City als wichtigen Anziehungspunkt einbezieht.

Die Innenstadt muss Teil des Festes sein

Geschäftsleiter Dominique Zygmont begrüsst, dass der Stadtrat wieder ein Stadtfest ermöglichen will. Für den Volksfestcharakter des Züri-Fäschts wäre es aus seiner Sicht jedoch wichtig, dass es einen Ableger in der Innenstadt gibt. Dieser Wunsch ist mit dem dezentralen Konzept noch nicht erfüllt. Ob und wie die Innenstadt einbezogen wird, soll in der weiteren Planung geklärt werden.

Für die Betriebe im Zentrum können grosse Veranstaltungen eine Chance sein. Detailhandel, Gastronomie, Hotellerie und Dienstleistungsunternehmen profitieren, wenn zusätzliche Besucherinnen und Besucher in die Innenstadt kommen, dort verweilen und die vielfältigen Angebote nutzen. Ein Stadtfest kann Zürich beleben, Begegnungen schaffen und die Attraktivität der Stadt für Menschen aus dem In- und Ausland sichtbar machen.

Gleichzeitig zeigt die Erfahrung vergangener Grossanlässe, dass positive Effekte nicht automatisch entstehen. Verkehrsführungen, Zugangsmöglichkeiten, Warenumschlag und die Verteilung der Besucherströme müssen frühzeitig und verlässlich geplant werden. Ein Festgelände über zehn Kilometer kann zwar zu einer besseren Verteilung beitragen. Es kann aber auch neue Fragen zur Mobilität und zur Erreichbarkeit einzelner Quartiere aufwerfen. Für die innerstädtischen Betriebe braucht es deshalb klare Informationen und eine frühzeitige Einbindung.

Planung mit Blick auf die Auswirkungen

Bis im kommenden Jahr soll der Verein Zürcher Volksfeste die Details des Festes erarbeiten. Dazu gehören auch Fragen zur Mobilität, zur Finanzierung und zur konkreten Nutzung von Plätzen, Strassen und Grünflächen. Das Stadtparlament wird abschliessend über Konzept und Budget entscheiden.

Die City Vereinigung Zürich erwartet, dass die Interessen der Unternehmen und der betroffenen Quartiere in dieser Phase ernst genommen werden. Ein Grossanlass mitten in der Stadt muss die Erreichbarkeit gewährleisten und darf die hiesigen Betriebe nicht unnötig belasten. Ebenso wichtig sind praktikable Lösungen für Abfall, Sicherheit und die Nutzung des öffentlichen Raums. Gerade weil das neue Format viele Orte miteinander verbindet, braucht es eine sorgfältige Koordination.

Das Züri-Fäscht 2029 bietet die Möglichkeit, Zürich als lebendige, vielfältige und überraschende Stadt zu präsentieren. Damit dieser Anspruch eingelöst wird, muss die Innenstadt sichtbar Teil des Festes sein – nicht zwingend als einziges Zentrum, aber als wichtiger Ort für Begegnungen, Erlebnisse und wirtschaftliche Wertschöpfung. Die City Vereinigung Zürich wird die weitere Planung konstruktiv begleiten und sich dafür einsetzen, dass das neue Stadtfest die ganze Stadt verbindet, ohne die Attraktivität und Erreichbarkeit der City zu schwächen.